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14.5.2020 Transparency

Es war spät am Abend und ich hatte beschlossen, nach einer Ewigkeit mal wieder eine Disco aufzusuchen und war daher gleich in eine der edelsten der Stadt gegangen! Noch waren keine Gäste zu sehen und auch keine Musik zu hören, aber das konnte ja noch kommen.

Erst einmal beschloss ich mich zu waschen, denn wer tanzt schon gerne dreckig? Ich entdeckte im Flur, direkt vor den Damentoiletten einen Wasserhahn, der aus der Wand ragte und drehte ihn auf. Anscheinend war wohl auch ein Abfluss im Boden darunter, denn es gab keine Überschwemmung im Flur. Ein Glück, denn direkt daneben stand eine Fundkiste für verlorene Kleidung. Ich holte ein Stück Seife aus meiner winzigen Handtasche und begann mich von Kopf bis Fuß einzuseifen. Natürlich ohne davor meine Kleidung abzulegen…! Ich konnte ja nicht einfach nackt auf dem Flur einer Edel-Disco stehen und mich einseifen! Was würden die Gäste denken, wenn sie denn kamen?!

Als ich gerade voll dabei war den Schaum auf meinem Körper zu verteilen, kam eine sehr junge Frau von rechts den Flur herauf. Sie war wohl die zweite Gästin, die heute Lust hatte zu tanzen. Sie wirkte sehr zierlich und grazil, aber als sie näher kam, bemerkte ich, dass sie ziemlich wütend dreinschaute! Das zweite was mir auffiel war, dass sie unglaublich schön war! Nein, sie war nicht nur unglaublich schön, sie war unglaublich-bezaubernd schön! Sie war um einiges kleiner als ich, wirkte aber aufgrund ihres tollen Aussehens um einiges auffälliger. Dabei war eigentlich gar nichts auffälliges an ihr zu entdecken! Es war wie Magie! Ich konnte einfach nicht wegsehen und bewunderte sie von oben bis unten, wie weich und voluminös ihr hellbraunes Haar sanft um ihr Gesicht wehte, wenn sie den Kopf drehte, wie ihre diamantartigen Augen funkelten, wenn sie mich ansah, wie rot und zart ihre Lippen waren, die sie gerade zu einem Schmollmund geformt hatte, und wie perfekt und makellos ihre gesamte Haut war. Und ihre kleine zierliche, schmale Nase erst… Mir stockte der Atem und ich schaute sie fragend an.

„Hey...was hast du denn? Du siehst sehr wütend und unglücklich aus, kann ich irgendetwas für dich tun?“, fragte ich sie mit sanfter, mitfühlender Stimme.
„Ach, ich bin nur total wütend auf die Türsteher von der Disco gegenüber...“, schnaubte sie und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Was…? Wieso…? Was haben sie gemacht?“, fragte ich vorsichtig nach.
„Diese Mistkerle haben mich nicht reingelassen und zu mir gesagt 'Ey, Nutte, du bist hier falsch! Der Puff ist da drüben!'“, äffte sie den Türsteher nach.
„WAAS!? DAS haben sie zu dir gesagt?!“, fragte ich ungläubig und entsetzt zugleich. Ich schnappte laut nach Luft. Am liebsten hätte ich sie sofort in den Arm genommen und getröstet, so leid tat sie mir.

Dann sah ich sie nochmal von oben bis unten an und bemerkte da erst ihre ungewöhnliche Kleidung. War das überhaupt Kleidung, die sie trug? Oder war es Nachtwäsche? Von „Stoff“ konnte jedenfalls keine Rede sein, denn das Material war so hauchdünn und transparent, dass sie quasi komplett nackt war! Sie trug eine Art Einteiler, bestehend aus einer sehr kurzen Shorts, die nach oben in ein Träger-Top überging. An der Taille gab es ein dünnes Band, das zu einer Schleife gebunden war, um die Hüfte zu betonen. Der ganze „Overall-Shorty“, oder wie man das Kleidungsstück bezeichnen würde, war mit zarten, ebenso transparenten Tigerstreifen bedruckt. Die Säume der Shorts und des Tops waren mit einem schwarzen Satinband eingefasst, sodass es von weitem wirkte, als wären Bänder um ihre Oberschenkel und Schultern gebunden. Ein bisschen wirkte der Stoff wie eine dünne Plastikfolie, daher fragte ich, um sie von ihrer Wut abzulenken: „Schwitzt man in diesem Stoff eigentlich?“. „Nein gar nicht. Wieso fragst gerade du mich das?“, erwiderte sie und schaute an mir herab. Ich folgte ihren Blicken und stellte etwas überrascht fest, dass ich ja genau das gleiche Outfit trug wie sie! Nur waren bei mir keine Tigerstreifen sondern Punkte auf dem transparenten Stoff. Und ich trug zusätzlich ein ebenso transparentes „Überkleid“ und so was ähnliches wie Unterwäsche. Etwas verlegen schaute ich sie an: „Hast du denn dein Überkleid nicht mehr und den Slip der dazugehörte?“, fragte ich sehr vorsichtig weiter. „Leider nein, ich muss die beiden Teile beim letzten Mal hier liegen gelassen haben...“, antwortete sie, drehte sich um und bückte sich direkt vor meinen Augen! Mein Herz sackte nach unten und ich musste an einen wunderschönen, saftigen, gelben Pfirsich denken, der ganz bestimmt an einem magischen Pfirsichbaum gewachsen war, der ganz hoch auf einem Berg in Japan, neben einem Zen-Kloster stand. Während ich ziemlich erfolglos dagegen kämpfte wegzusehen – auf der Rückseite des Outfits waren keine Tigerstreifen!!! – durchwühlte die bezauberndste Frau der Stadt die Fundkiste, die genau vor mir stand. Endlich zog sie ein paar Kleidungsstücke hervor und mein Herz konnte wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkehren. „Aha! Da haben wir es ja!“, sagte sie freudig und drückte ihre verlorene Kleidung an sich. Dann verschwand sie damit in der Damentoilette. Zwei Augenblicke später kam sie wieder zurück und zupfte an sich herum. Jetzt trug sie unter dem transparenten Overall-Shorty einen transparenten String-Tanga, einen schwarzen Triangle-BH und darüber das transparente Überkleid. Sie fasste sich ungeniert an ihre Brüste, drückte, rückte alles zurecht und beschaute sich dabei kritisch. Fast wäre ich ohnmächtig geworden. „Sieht es jetzt besser aus?“, fragte sie mich. „Ich finde, du siehst atemberaubend aus!“, antwortete ich aufrichtig. Das schien die richtige Antwort gewesen zu sein, denn sofort ging in ihrem Gesicht die Sonne auf und ihre wunderschönen Augen strahlten, so dass die Sterne am Nachthimmel vor Neid erloschen wären, wenn sie es gesehen hätten. Sie drehte sich um und ging in Richtung der großen Tanzhalle den Flur hinunter. Gelähmt von ihrer Schönheit blickte ich ihr nach. Ich glaube an der Stelle wurde ich tatsächlich ohnmächtig, denn es folgte eine:

(Erinnerungslücke)

Ich stand noch immer auf dem Flur der Disco, mittlerweile aber abgetrocknet und sauber. Am anderen Ende des Flures schwang die große, schwarze Tür zur Tanzhalle auf und meine Traumschönheit stürmte mir entgegen. Ihre Haare wehten im Wind und sie sah zugleich wütend aus und den Tränen nahe! Ich erschrak und versuchte sie aufzuhalten, aber sie war kaum zu stoppen:

„ICH HAB DIE SCHNAUZE VOLL! ICH GEH JETZT NACH HAUSE!“, schnaubte sie wütend.
„Haaaalt! Jetzt warte doch! Was ist denn passiert?!“, wollte ich wissen und hielt sie sanft am Arm fest, zog sie ganz dicht an mich heran und schaute ihr fragend in die Augen.
„Ich kam rein, hab mich an die Bar auf einen Hocker gesetzt und einen Drink bestellt und als ich aufgestanden bin, haben mich der Barkeeper und die Kellnerin total angewidert angeschaut und dann den Barhocker mit Desinfektionsmittel eingesprüht und auch die Theke, wo ich mich aufgestützt hatte!!!“, schluchzte sie laut und die Tränen begannen über ihre rosigen Wangen zu kullern, wie kleine Glasperlen.

Mein Herz zerbrach. Noch nie hatte ich im Traum so großes Mitleid mit einer Discobesucherin gehabt. Ohne, dass sie es aussprechen musste, begriff ich, dass es sich für sie anfühlen musste, als sei sie die häßlichste, ekligste, und abstoßendste Person der Welt. Ungeliebt und ungewollt. Mein Mitgefühl schnürte mir die Brust zu und ich wollte unbedingt, dass sie an diesem Abend noch erfahren sollte, dass sie ein ganz toller Mensch war, der es wert war, geliebt zu werden. Doch da riss sie sich von mir los: „Ich hab keine Lust mehr! Ich geh jetzt!“, sagte sie noch mal entschlossen. Zum Glück bekam ich noch ihre Hand zu fassen und zog sie wieder zu mir zurück. „Warte…!“, bat ich sie. Sie schaute mich überrascht an. „… Komm mit.“, sagte ich und zog sie hinter mir her in die Damentoiletten. Jetzt schaute sie noch überraschter, aber auch ein bisschen neugierig. Dies war mein Traum und ich konnte es nicht dulden, dass eine so unglaublich bezaubernde junge Frau so schlecht behandelt wurde! Ich musste das irgendwie kompensieren! Ich zog sie weiter sanft an den Waschbecken vorbei auf die Kabinen zu. Ich blickte über meine Schulter und blickte in ihr erwartungsvolles Gesicht. Alle Kabinen waren frei und wir waren allein. Ich schlüpfte mit ihr in die erstbeste und verschloss die Tür. Dann drehte ich mich zu ihr um, noch immer ihre Hand haltend, klappte den Toilettendeckel herunter und setzte mich hin. Jetzt war ich kleiner als sie. Ich lächelte sie liebevoll an, nahm ihr Gesicht zwischen meine Hände und flüsterte leise: „Schonmal gemacht?“, wobei ich ihr Gesicht langsam an meines heranzog.

Kurz bevor unsere Lippen sich berührten, wurde ich am Rücken von meinem Mann angestupst und aus meinen Träumen gerissen und habe nicht erfahren, was ich mit der letzten Frage wohl gemeint haben könnte...

14.5.20 18:37

Letzte Einträge: 30.4.2020 Kletter-Oma, 9.5.2020 Corona-Frisur

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Schokokäse / Website (14.5.20 23:30)
So eine Gemeinheit! Also jetzt nicht wegen des abrupten Endes. Oder vielleicht eher: Nicht nur 😳

Aber vor allem: Warum kannst du dich so oft und dann auch noch an so ausgefallene Träume erinnern?! Das ist unfair!

Hab ich zu wenig Fantasie? Hab ich (gerade wenn ich an diese Art Traum hier denke) zu wenig Erfahrungen? Womöglich ist es die Kombination aus beidem ...

Aber du gingst da ja mal ran. Ich glaub, ich bin selbst im Traum viel zu schüchtern 😁

Mein großes Kompliment (mal wieder) für diese Vertextlichung. Das ist ja reinste Poesie. Ganz großes Kino in Textform 👍


Die Autorin (14.5.20 23:59)
Aaaw, danke für die Blumen
😊
Lebhafte Fantasie sei dank... Und dem Bewusstsein, dass es "nur" ein Traum ist und man alles tun kann, was man will. Das kann man auch erlernen. Aber bei mir passiert es eher zufällig und unregelmäßig, dass ich im Traum bewusste Entscheidungen treffen kann.
Viel Medienkonsum macht bei mir oft auch Träume kaputt. :-/

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