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30.4.2020 Kletter-Oma

Meine Oma mütterlicherseits hatte mich auf einen Wanderausflug eingeladen. Wandern war ihr liebstes Hobby und sie ging diesem auch trotz ihres hohen Alters immer noch nach.
An diesem Tag, hatte sie mich in das wunderschöne Siebengebirge mitgenommen, um mit mir einen besonders hohen Berg zu erklimmen. Das Wetter war perfekt, die Temperaturen auch und wir waren bester Laune. Mit Rucksäcken bepackt, voller Butterbrote und einer Thermoskanne mit Tee begannen wir den Aufstieg. Als Ziel hatten wir uns eine Art natürliche Säule ausgesucht, die mitten in einem Tal ungefähr einen Kilometer hoch in den Himmel hinauf ragte! Der Weg war dementsprechend Steil und zudem sehr sandig, da die ganze Felssäule aus einem gelblich-braunen Gestein bestand. Lediglich oben auf dem kleinen Plateau gab es einen kleinen Flecken Gras.
Wir kletterten also den ganzen, fast senkrechten Felsen hinauf, wobei ich mich leider nicht erinnern konnte, wie wir von ganz unten bis fast nach ganz oben geklettert waren. Seile und Klettergurte benötigten wir nicht, meine Oma war ja keine Anfängerin!
Unterwegs dämmerte es mir dann, dass ich diese Tour mit meiner Oma schon mal gemacht hatte und damals fast vor Angst gestorben war. Ich war nämlich gar nicht schwindelfrei! Ich bekam Herzklopfen. Ich erinnerte mich, wie ich mich damals heulend mit letzter Kraft am obersten Rand des Plateaus festklammerte, während meine Oma von unten meine Füße auf die sicheren Felsvorsprünge setzte, damit ich Halt fand. Mir schauderte. Ich versuchte diesen Tag zu vergessen und beschloss, dass ich es diesmal besser machen würde. Tatsächlich gelangten wir zum Plateau und ich stemmte mich mit letzter Anstrengung mit dem Bauch auf die Wiese. Meine Oma kam nach. „AAAAAH, das Siebengebirge! Ist es nicht herrlich?“, rief meine Oma erleichtert aus und drehte sich mit ausgestreckten Armen einmal im Kreis. „Ja, es ist wirklich wunderschön hier, Oma“, bestätigte ich und schaute ins Tal und über die Berghänge hinweg. Sofort wurde mir schwindelig angesichts der enormen Höhe und der geringen Größe des Plateaus. Ich setzte mich schnell hin um zu verschnaufen. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun,...Moment! Ich zählte über Zehn Berge die um uns herum standen! Ich dachte es hieße Siebengebirge, weil es eine zusammenhängende Berggruppe von genau Sieben Bergen war!? Sehr komisch, dachte ich bei mir. „Oma, ich will wieder runter...Ich fühle mich sehr schwindelig hier oben!“, bat ich sie. „In Ordnung, lass uns runter in die Berghütte gehen und etwas Kühles trinken.“, schlug sie vor. Da erst bemerkte ich, dass meine Oma barfuß war! Sogar ihre Zehennägel waren schick lackiert! Sie hatte die ganze Klettertour ohne Schuhe gemeistert!? „Aber Oma!? Du hast ja gar keine Schuhe an!?“, rief ich erstaunt. „Nein-nein, mit Schuhen finde ich doch gar keinen Halt auf den kleinen Felsvorsprüngen. Mit nackten Füßen kann ich mich viel besser in Rillen und auf Knubbeln festhalten.“, sagte sie und zeigte mir dann wie beweglich ihre Zehen waren. Sie kletterte wieder über den Rand des Plateaus und setzte ihre nackten Füßen auf das Gestein. Ich war begeistert und versuchte es ihr nachzumachen. Und tatsächlich: diesmal hatte ich nicht so viel Angst und fand ganz alleine einen Weg vom Plateau herunter.
Sehr erleichtert und erschöpft trudelten wir dann in der Berghütte ein, genau in dem Moment als mein Wecker klingelte.

30.4.20 14:53

Letzte Einträge: 9.5.2020 Corona-Frisur, 14.5.2020 Transparency

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Schokokäse / Website (11.5.20 22:55)
Krass, du kannst dich noch an Wandern mit deiner Oma erinnern? Und jetzt sogar Klettern im Traum, uiuiui 🙂

Aber: BUTTERbrote?! Ts.... 🙄

Ohne Schuhe, das ist echt ein guter Tipp 😁


Die Autorin selbst (12.5.20 00:10)
hihihi
also Butterbrot ist doch einfach nur der Oberbegriff für „beschmierte Scheiben Brot“, Stulle quasi, wie man in Berlin sagt. Was da jetzt genau drauf ist, ist doch egal, es bleibt ein Butterbrot. Aber vegane Margarine ist selbstverständlich Butter vorzuziehen, das ist klar :D


Schokokäse / Website (14.5.20 23:09)
Von meinem Vater (im Ruhrgebiet geboren) kenn ich neben "Bütterken" noch die neutralere "Kniffte" 😁 Benutze ich selber leider viel zu selten.

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